Ein Wintermärchen im Naturpark Ötscher Tormäuer

Winter. Es liegt Schnee. Viel Schnee! Unglaublich viel Schnee!!! Ich muss raus! Ich möchte den winterlichen Naturpark Ötscher Tormäuer erkunden. Da geteilte Freude doppelte Freude ist und Ausflüge in Begleitung deshalb auch doppelt schön sind, fragte ich Tanja, ob sie mich auf diesem Tagestripp in meinem Bus begleiten möchte. Kurz darauf nahm sie um 8 Uhr morgens auf meinem Beifahrersitz Platz und ein wunderschöner Wintertag nahm seinen Lauf.

Sagte ich schon, dass wir einen schneereichen Winter haben? Unsere Tour begann mit richtig dichtem Schneetreiben. Unser 1. Spot an der Romantikstraße in Puchenstuben, mit traumhaftem Blick auf den meterhoch mit Schnee überzogenen Ötscher, wurde somit auf den Nachmittag verschoben, da der Berg nicht mal ansatzweise zu sehen war. Somit verbrachten wir den Vormittag am Erlaufstausee. In dichtem Schneetreiben mit kurzen, trockenen Pausen, in denen wir die ersten phänomenalen Bilder umsetzten.

Der Schnee in Erlaufklause reichte übrigens, trotz höherem Fahrwerk und größeren Reifen bis zur Fensterunterkannte meines VW Busses, womit die Parkmöglichkeiten vor Ort ziemlich eingeschränkt waren und wir uns in eine kleine Nische direkt an der Staumauer zwängten. Um uns den Umweg zur Panoramastraße über Wastl am Wald zu ersparen, versuchten wir unser Glück über die im Winter gesperrte Zufahrt von Trübenbach aus.

Da auch dort der Schnee etwas über einen Meter hoch lag und der Schneepflug einen riesigen Schnee-/Eiswall am Ende der geräumten Straße hinterlassen hatte, gab es leider kein Durchkommen. Aber der Abstecher war nicht umsonst, immerhin findet man an allen Ecken des Naturparkes richtig coole Fotospots mit überwältigender Kulisse.

Wir befinden uns somit am Weg retour Richtung Romantikstraße. Sehr unterhaltsame und inspirierende Gespräche verkürzen die Zeit und den Umweg über Wastl am Wald nach Puchenstuben. Dort biegen wir scharf links ab und rollen bergab/bergan die abenteuerliche, schmale und ausgesetzte Straße zum geplanten nächsten Fotospot, welchen wir natürlich nicht erreichen durften. Ein LKW mit Futterballen versperrt die Straße und eine ernergisch auf uns zu stapfende sehr spannende Erscheinung in Form eines mageren, etwas älteren Männleins erklärt uns „sehr höflich“ auf mostviertlerisch, dass wir Wahnsinnigen hier nix verloren hätten und ob wir denn lebensmüde seien, dass wir bei dem Wetter und dem vielen Schnee hier mit dem Auto herumfahren, wir hier sowieso nicht weiterkommen weil die Straße nicht geräumt und außerdem von einer Lawine verschüttet ist.

Auf einen Deut hin dieses wunderbaren, ganz in grün gekleideten Männleins (mit feschem Hut), dass wir uns auf den zu diesem Zeitpunkt mit Lawinenwarnstufe 5 eingestuften großen Ötscher scheren sollen, wenn wir schon so lebensmüde sind bedankte ich mich ebenfalls „sehr höflich“ für seine wunderbare Wortwahl und seine Zurechtweisungen, reversierte den Bus und fand mich damit ab, dass wir den Ötscher in einer zweiten, späteren Fotosession nochmal besuchen werden. Ohne LKWs, ohne Lawinenabgänge und ohne kleine grüne Männchen!

Notfallplan B (oder war es schon C) trat somit in Kraft und wir verbrachten noch eine feine Zeit an der wilden, rauschend klaren Erlauf in Eibenboden, nudelnkochend, fotografierend und plaudernd, bis das letzte bisschen Licht verschwunden war.

Somit war klar, wir werden bald wieder gemeinsam auf einen Bustrip gehen. Wieder mit Kamera und Gaskocher beladen um eine feine, entspannende und lustige Zeit draußen in der Natur zu verbringen. Danke für den wundervollen Tag im Naturpark Ötscher Tormäuer und ich freue mich auf unser nächstes kleines Abenteuer, liebe Tanja.

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